Ausstellungen


















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Richard Fleischhut, Die Jungfernfahrt der „M. S. Bremen“, 1929, 60 x 45 cm, Pigmentdruck von digitalisiertem Glasplattennegativ (2007) © bei Frau Ingrid Peckskamp-Lürßen Sammlung Kunstverein Bremerhaven



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Hans Finsler, Die Jungfernfahrt der „M. S. Bremen“, 1929, 60 x 45 cm, Neuabzug von Glasplattennegativen, (1997) mit Genehmigung von Frau Regula Finsler-Lips aus dem Besitz der Städtischen Galerie Moritzburg, Halle, Sammlung Photographie, Sammlung Kunstverein Bremerhaven



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Paloma Varga Weisz Windsbraut, 2001 Lindenholz, Hanfseil Sammlung Kunstverein Bremerhaven



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Stephan Balkenhol, Mann auf Delphin reitend, 1993, Lindenholz, polychrom gefasst, geschnitzt, ein Block, 155 x 27,3 x 31,1 cm, Sammlung Kunstverein Bremerhaven























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Christian Haake, The Artist as a Sundown, 2017, Fotografie









Zur See. Werke aus der Sammlung der Kunsthalle Bremerhaven

4. November 2017 – 14. Januar 2018

Eröffnung: Freitag, 3. November 20 Uhr
Pressetermin: Donnerstag, 2. November 11.30 Uhr

-> Flyer zur Ausstellung zum Download/Ansehen (PDF, 126 KB).

-> Veranstaltungen zur Ausstellung


„Zur See“ ist eine kuratorische Tauchfahrt in eine großartige Sammlung. Die Ausbeute dieser Expedition fällt insofern ungewöhnlich aus, als dass es explizit um maritime Bezüge in der zeitgenössischen Kunst geht – obwohl und gerade weil dies nie ein Sammlungsschwer-
punkt des Kunstverein Bremerhaven war. In dessen rund 130 Jahre währender Sammlungsgeschichte wurde ein allzu nahe liegendes thematisches Sammeln vermieden. Der Kunstverein Bremerhaven war und ist ein Fenster zu den virulenten künstlerischen und geistesgeschichtlichen Themen der Zeit; allein die internationale Kunstszene ist die entscheidende Referenz. Dass eine Kunstsammlung immer auch einen Ort hat, liegt dennoch auf der Hand, und somit die Frage nach der Definition des Lokalen und dessen charmant insistierender Wirkkraft, die sich andernorts – in naher Ferne – unbefangener darstellen lässt. Haus Coburg, an der Fischstraße malerisch im Arm der Delme gelegen, ist ein prädestinierter Ort für das versteckte Thema der Bremerhavener Sammlung.

Mit rund 150 ausgewählten Fotografien, Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen und Installationen geht es um Bremerhaven als Tor zur Welt. Die präsentierten Werke wie auch des Vermittlungsprogramm erzählen von Freiheit und Abenteuer, vom Meer als einem Fluchtweg und einem Symbol der Migration, ebenso von Fischerei und Schiffbau, dem Niedergang ganzer Wirtschaftszweige.

Eine umfangreiche Werkgruppe besteht aus Schwarz-Weiß-Fotografien von Hans Finsler (1891-1972), Erich Salomon (1886-1944) und Richard Fleischhut (1881-1951). Alle drei fotografierten 1929 die Jungfernfahrt des Luxusschnell-
dampfers MS Bremen – ein Symbol für Schnelligkeit und Modernität. Die Aufnahmen zeigen die Architektur des legendären Schiffes, die Celebrities an Bord und das alltägliche Leben auf hoher See. Zugleich stehen sie für eine spezielle Art der jeweils einen neuen Maßstab setzenden Fotografen selbst, für die Qualitäten und Möglichkeiten der Moderne in der Fotografie, für die neue Berichterstattung und einen einsetzenden Personenkult – allesamt Aspekte, die ihre Fortsetzung bis in die Gegenwart gefunden haben. Die Metaphorik des Schiffes und der Seefahrt spielt auch bei weiteren Werken u.a. von Tina Öhmsen („Bodeninstallation für Bremerhaven, 1989) oder Jochen Krüger („Bananen an Bord“, 1989) eine Rolle, außerdem bei einem Schlüsselwerk der Bremerhavener Sammlung, der raumgreifenden Arbeit „Windsbraut“ von Paloma Varga Weisz (*1966 in Mannheim). Ein hölzerner Schiffsbug ragt aus der Wand, im Inneren ein Männlein aus Birkenholz, außen als irritierender Galionsschmuck ein Frauenkopf und zwei wehrhafte Brüste mit einem seltsam verschlungenen Seil darum. Daneben positioniert sind vier hölzerne Leitern mit einem schmalen Brettersteg darauf. Auf diesem sitzen zwei kleine hölzerne Männer mit geschuppter Haut und weisen Gesichtern. „Windsbraut“ ist eine aus der Welt der Träume geborene Konstellation, die ihre Inspiration gleichermaßen aus einem weit greifenden ethnografischen Interesse, der Transformation hand-
werklicher Tradition in zeitgenössische künstlerische Praxis und dem Spirit Bremerhavens in Form von Galionsfiguren und Rotlichtvierteln verdankt. Von Manfred Pernice (*1963 in Hildesheim) gibt es mit Blick auf den Warenverkehr und die allgegenwärtige Seezeichen-Ästhetik in Bremerhaven Anspielungsreiches im Rahmen seiner generellen Diagnose der „Verdostheit unserer Welt“ zu sehen. Auch von Andreas Slominski (*1959 in Meppen) besitzt die Bremerhavener eine beachtliche Werkgruppe: Mit der minimalistischen Arbeit „Farbe zum Anstreichen des Leuchtturms Roter Sand“, 1999, ernüchtert der Künstler einen jeden, der in dem Leuchtturm ein hochwert-
geschätztes Denkmal, letztlich auch ein touristisches Highlight sieht. Björn Dahlem (*1974, München) würdigt mit der Skulptur „Sprotte in Heilwasser“, 2003, einen anderen Sympathieträger des Nordens und verpasst ihm eine Kur.


Künstlerliste
Michael Bach, Stephan Balkenhol, Nina Canell, Björn Dahlem, Cecilia Edefalk, Hans Finsler, Richard Fleischhut, Ilya Kabakov, Annika Kahrs, Jochen Krüger, Paul Kunze, Tina Oehmsen-Clark, Manfred Pernice, Erich Salomon, Tomas Schmit, Norbert Schwontkowski, Andreas Slominski, Paloma Varga Weisz





Christian Haake. fluid

4. November 2017 – 14. Januar 2018

Eröffnung: Freitag, 3. November 19 Uhr
Pressetermin: Donnerstag, 2. November 11.30 Uhr

-> Flyer zur Ausstellung zum Download/Ansehen (PDF, 56 KB).

-> Veranstaltungen zur Ausstellung


Für seine eigens auf die Räume der Remise abgestimmte Einzelstellung mit dem Titel „fluid“ hat Christian Haake (*1969 in Bremerhaven) neue, sehr präzise und poetische Arbeiten entwickelt. Im weiteren Sinne befassen sich auch seine Werke mit dem Thema des Meeres, letztlich jedoch mit unseren visuellen Konstruktionen von Ferne, Meer und Weite und ihrer Entstehung im Zusammenspiel von Erinnerung und Imagination. So wird die Remise der Städtischen Galerie Delmenhorst zu einem für den Künstler typischen Wahrnehmungslauf. Mit jeder seiner Arbeiten untersucht er, wie Stephan Berg treffend schreibt, „den feinen Riss der Differenz, der zwischen den Ebenen verläuft. Nicht die Bestätigung des Zusammenhangs zwischen Realität und Wahrnehmung ist ein Ziel, sondern dessen subtile poetische Destabilisierung.“

 

Die Ausstellungen „Zur See. Werke aus der Kunsthalle Bremerhaven“ und „Christian Haake. fluid“ werden großzügig vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der Karin und Uwe Hollweg Stiftung unterstützt.

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Thorsten Brinkmann, Der klassische Fourleg, 2011







Vorschau

The Juggler. T. Brinkmann jongliert Griffelkunst-Photographie
& Se King performt in der Remise

27. Januar 2018 – 02. April 2018

Thorsten Brinkmann (* 1971, Herne) verschmilzt in seiner Arbeit Fotografie, Film, Skulptur und Installation. In „The JUGGLER“ tritt er erstmals als Künstlerkurator auf, indem er mit rund 140 ausgewählten Photoklassikern und zeitgenössischen Photographien aus der Sammlung der Hamburger Griffelkunst-Vereinigung in den Räumen der Villa Coburg „jongliert“. Brinkmann interveniert mit eigenen Objekten und verwandelt sämtliche Räume in verblüffende Arrangements. In der Remise zeigt er in einer kinoartigen Situation das Video „Se king“, eine neue Reihe gleichen Titels, aufgenommen mit der weltweit letzten Großbild-Polaroid-Kamera, und ein großformatiges Unikat-Photobuch. In Kooperation mit der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg ist eine Publikation zu „The JUGGLER“ geplant.

 

 

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