Ausstellungen

Peter Bialobrzeski
Urban Structures

18. Juni - 29. August 2010

Eröffnung: Freitag, 18. Juni 2010, 20 Uhr
Pressekonferenz: Donnerstag, 17. Juni 2010, 11.30 Uhr

 

Peter Bialobrzeski, Hongkong, 2001, © Peter Bialobrzeski

 

 


Peter Bialobrzeski,  Paradise Now 32, 2008, © Peter Bialobrzeski

 

 


Peter Bialobrzeski, Transition 20, 2009, © Peter Bialobrzeski

Die Städtische Galerie Delmenhorst zeigt vom 18. Juni bis 29.August 2010 ca. 50 groß- und kleinformatige Aufnahmen aus den vier Fotoserien „Neontigers“ (2000-2002), „Paradise Now“ (2001-2002), „Lost in Transition“ (2004-2005) und „Case Study Homes“ (2008) des Fotografen Peter Bialobrzeski. Alle vier Serien zeigen die Veränderungen urbaner Strukturen im Globalisierungszeitalter.

Für „Neon Tigers“ fotografierte Peter Bialobrzeski die extrem verdichteten Metropolen Asiens (Shanghai, Hongkong, Bangkok, Singapore, Shenzhen) die mit rasantem Wachstum dreihundert Jahre europäischer urbaner Entwicklung in nur einer Generation übersprungen haben. „Mir geht es nicht darum zu zeigen, wie es da ist. Ich will zeigen, wie es sein könnte, wenn ich es fotografiere“, sagt Peter Bialobrzeski. Er will die Illusion erzeugen, dass all diese Städte eine Stadt wären, die neu ist. Dabei sollen seine Stadtbildern verzaubern.
In der Serie „Paradise now“ zeigt er sowohl inszenierte als auch vom Stadtwachstum unberührt belassene Naturfragmente asiatischer Metropolen, die am Rande der künstlich beleuchteten Infrastrukturen liegen und verführerisch leuchten. Kontrastreich entwickelt sich das üppige Wachstum der städtischen Pflanzen - wie ein Zeichen der Hoffnung.
In der Fotoserie „Lost in Transition“ verweist Bialobrzeski auf die Veränderungen der Großstädte im Globalisierungszeitalter mit ihren Großbaustellen, Betonwüsten, verlassenen Straßenzügen und industriellen Brachen, die ort- und namenlos bleiben.
Für „Case Study Homes“ begab er sich 2008 auf fotografische Spurensuche in eine Slumsiedung in Manila. Er dokumentiert und würdigt den Wunsch der Menschen, sich auch unter extremsten Bedingungen ein Heim zu schaffen. In den Strukturen ihrer aus Zivilisationsmüll gebauten Unterkünfte manifestieren sich Überlebenswille und Kreativität.

Peter Bialobrzeski (geboren1961 in Wolfburg) studierte Politik und Soziologie, bevor er Fotografie in Essen und London studierte. Dann war er 15 Jahre lang als Fotojournalist weltweit tätig. In den letzten zehn Jahren entwickelte er eigene Fotoprojekte. 2003 wurde er für sein Projekt zu den asiatischen Megacities mit dem wichtigsten Fotoreporterpreis, dem World Press Foto Award in der Kategorie „Kunst“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Peter Bialobrzeski stellt weltweit aus und hat seit 2002 eine Professur für Fotografie an der Hochschule für Künste in Bremen inne.

Sonja Alhäuser. hartgesotten

1. Oktober - 21. November 2010

Eröffnung: Freitag, 1. Oktober 2010, 20 Uhr
Pressekonferenz: Donnerstag, 30. September 2010, 11.30 Uhr

 


Sonja Alhäuser, Schokomaschine I, 1997 (Detail)
Edelstahl, dunkle Flüssigschokolade
Foto Achim Kukulies, Düsseldorf
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010

 

Sonja Alhäuser, Das kleine Willkommen (Skulptur), 2009
Margarine, Kokosfett, beleuchtete Kühlvitrine
Foto Mikle Lucero, Braunschweig
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010

 

 

Sonja Alhäuser, Kleines Wurzelwerk, 2008
Bleistift, Aquarellfarbe und Acrylweiß auf Papier
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010

 

 

Sonja Alhäuser, Kuppelsuppe, 2008
Bleistift, Aquarellfarbe und Acrylweiß auf Papier
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Die Arbeiten Sonja Alhäusers erzählen vom puren Leben, von satter Sinnlichkeit und kollektiven Genüssen. Viele ihrer Themen und Motive kreisen um die Welt des Kulinarischen. Es geht um sämtliche mit dem Essen verbundene Tätigkeiten und Techniken: um die Herkunft unserer Nahrung, um die Zubereitung von Speisen, um das gemeinsame Essen, um Rollen und Rituale. Das Werden und Vergehen allen Lebens schwingt dabei als ein unausweichliches Thema mit.

So lässt Sonja Alhäuser immer wieder die alte Mixtur von Liebe, Tod und Leidenschaft auf höchsten Temperaturen köcheln. Sie ist eine Verführerin, die mit der 'Süße' ihrer unterschiedlichen Medien und Materialien, mit ihrer überbordenden Phantasie und ihrer Obsession für das Detail zu locken versteht. Und ehe es sich versieht, ist das Publikum einverleibt in ihre Welt - und bekommt dabei, salopp gesagt, die eine oder andere Angelegenheit um die Ohren gehauen. In diesem Sinne ist der Titel der Ausstellung zu verstehen: „Hartgesotten“, lautet das Motto der Schau, die ebenso herzhaft wie kompromisslos und in vollen Zügen vom Leben in all seinen Facetten erzählt.

Sonja Alhäuser wird die Städtische Galerie Delmenhorst in ein Schlaraffenland mit Nischen und Abgründen verwandeln. Es werden Rezeptzeichnungen und Festchoreographien zu sehen sein, dazu Skulpturen und Installationen aus Butter, Schokolade, Marzipan oder Zucker. Außerdem entstehen aufwendige Wand- und Hinterglasarbeiten eigens für das Museum vor Ort und auch als Performerin, dann wenn es um ein kollektives Erleben geht, um Fest und Bankett, wird Sonja Alhäuser zu erleben sein.

Sonja Alhäusers künstlerischer Blick auf die Welt hat eine lange kunstgeschichtliche Tradition. Ihre Arbeitsweise trägt barocke Züge und mit ihrer Thematik gehört sie in die seit den sechziger Jahren bis in die Gegenwart fortgesetzte Bewegung der Eat Art. Ebenso ist Dieter Roth (1930-98) mit seinem umfassenden Ansatz eine wichtige Orientierungsfigur für Sonja Alhäuser. Ihm ist als Intervention in der Ausstellung eigens ein Raum gewidmet. Zu sehen sind selten gezeigte Arbeiten Dieter Roths, die für Sonja Alhäuser eine besondere Inspiration sind - auch, weil es in ihnen um eine Spielart des Hartgesottenen geht...

Sonja Alhäuser (*1969) hat an der Kunstakademie Düsseldorf studiert. Sie ist Meisterschülerin von Professor Fritz Schwegler und hat zahlreiche Stipendien und Preise erhalten. Institutionelle Einzelausstellungen hatte sie u.a. in der Städtischen Galerie Nordhorn, in der Kunsthalle Göppingen und im Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Ulmer Kunstverein.

Dauerausstellung

Meisterwerke
der Sammlung
Stuckenberg

Der Maler Fritz Stuckenberg gehört zu denjenigen Künstlern, die am Aufbruch in die Moderne, zunächst in Paris, wo er zum Kreis des „Café du Dôme“ gehört, dann in den zehner Jahren im Berliner „STURM“ an vorderster Front mitgewirkt haben.

-> mehr Informationen zur Ausstellung