Ausstellungen

Benjamin Badock

Untitled (AHA!)

2. Dezember 2011 - 5. Februar 2012

Eröffnung: Freitag, 2. Dezember 2011, 20 Uhr
Pressekonferenz: Donnerstag, 1. Dezember 2011, 11.30 Uhr

 

Benjamin Badock, Plattenbau - 3d dream land, 2008, Holzschnitt

 

 

 

Benjamin Badock, Panoramatapete, 2009, Holzschnitt

 

 

 

Benjamin Badock, Modul Haus Stadt, 2008, Holzschnitt

 

Mit der Ausstellung „Untitled (AHA!)“ liefert der Leipziger Künstler Benjamin Badock einen verblüffend frischen Blick auf das traditionsbehaftete Medium des Holzschnittes. Erstmals in einem größeren musealen Kontext treten verschiedene Werkgruppen Benjamin Badocks in ihrer Beziehung zueinander auf. Es werden rund 70 Arbeiten – Holzdrucke, wandfüllende Tableaus und speziell für Haus Coburg entwickelte Installationen – zu sehen sein.

Dreh- und Angelpunkt der Ausstellung ist die Serie der „Plattenbauten“, deren Titel einerseits auf eine verblasste architektonische Utopie des Ostens anspielt. Andererseits verweist er auf ein System von Druckplatten, die Benjamin Badock in schier endloser Kombinatorik einsetzt. Dieses Verfahren erlaubt es ihm, seriell zu arbeiten und im gleichen Zuge Unikate hervorzubringen. Er verwendet einfache Module, die zu einer komplexen Struktur werden und in ihrem heiteren Auftritt zugleich die Serialität und Uniformität von Architektur konterkarieren.

Benjamin Badocks Blick auf unsere urbane Wirklichkeit ist eher auf das Periphere und Beiläufige gerichtet, auf spezifische Milieus und deren Tristesse. Trotz oder wegen dieser Motivik erstaunt es umso mehr, in welcher Weise er das sprichwörtlich „Holzschnittartige“ seines Mediums in eine ausgesprochen starkfarbige malerische und raumgreifende Bildwelt überführt. Dabei ruht in der starken Abstraktion sämtlicher Arbeiten jeweils eine visuelle Zündung: ein Aha-Effekt! Mit augenzwinkerndem Humor bergen Benjamin Badocks Werke zumeist ein verblüffendes Rätsel im Alltäglichen.

Ausgehend von den „Plattenbauten“ kommen nach und nach deren Bewohner ins Spiel, typisierte Gestalten, aber auch Interieurs und Stilleben. Außerdem ist in der Ausstellung „Untitled (AHA!)“ erstmals ein Projekt zu sehen, das den programmatischen Titel „Hauskauf ist Vertrauenssache“ trägt. Dieses bietet dem Publikum die Möglichkeit einer aktiven Einflussnahme auf den konkreten künstlerischen Produktionsprozess. Mit Hilfe eines einfach zu bedienenden Computerprogrammes (Konfigurator) kann jeder Teilnehmer seinen eigenen „Plattenbau-Traum“ entwerfen. Benjamin Badock realisiert so für jeden Interessenten den Traum vom eigenen Heim – als Sonderdruckunikat. In diesem Projekt geht es um ein Spiel mit der Rollenverteilung zwischen Künstler und Publikum; es geht um die Beteiligung des Betrachters, der mit Hilfe des Künstlers zum „Bauherrn“ wird.

„Untitled (AHA!)“ wird in enger Verknüpfung zu diesen Werkgruppen außerdem eigens für Haus Coburg entwickelte Rauminstallationen zeigen. Unter anderem wird das Fitger-Zimmer mittels Tapete und Staffage zu einem Kaminzimmer, es wird ein im Dunkeln nachleuchtendes Geisterhaus geben und auch der Wintergarten wie sämtliche Fenster des Hauses werden einbezogen werden.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Städtischen Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen, einem Haus mit ausgewiesenem Arbeitsschwerpunkt Holzschnitt. Dort findet in der Zeit vom 29.10.2011 bis 8.1.2012 eine parallele Werkschau Benjamin Badocks statt. Begleitend zu den Ausstellungen ist ein Künstlerbuch im Leipziger Lubok-Verlag entstanden.

Annett Reckert

Wir danken für die großzügige Unterstützung:

Wehrhahn

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Veranstaltungen zur Ausstellung

Dienstag, 6. Dezember 2011, 16 Uhr
Lehrerführung

Donnerstag, 8. Dezember 2011, 18 Uhr
Öffentliche Führung durch beide Ausstellungen
Dr. Wiebke Steinmetz

Donnerstag, 15. Dezember 2011, 10 Uhr
Kunstfrühstück
Ein anregender Gang durch die Ausstellung,
kleiner Imbiss und Gespräch.
Tel. Anmeldung unter (04221) 14132

Mittwoch, 11. Januar 2012, 14 Uhr
KunstCafé. Der Freundeskreis Haus Coburg lädt ein!

Donnerstag, 12. Januar 2012, 18 Uhr
Druckwerkstatt für Erwachsene

Donnerstag, 19. Januar 2012, 19 Uhr
Film-Klassiker zum Trauten Heim
(Buster Keaton, Loriot u.a.)

Donnerstag, 26. Januar 2012, 18 Uhr
Kuratorenführung
Dr. Annett Reckert

Sonntag, 5. Februar 2012, 15 Uhr
Künstlergespräch
Dr. Annett Reckert im Gespräch mit Benjamin Badock

Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche

Sonnabend, 7. Januar 2012, 11.30 bis 13 Uhr
Führung und Gestalten für Kinder und Jugendliche

Donnerstag, 26. Januar 2012, 15 bis 17 Uhr
hören + sehen. Geschichten für Kids

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Fritz Stuckenberg

Von Musik gezeichnet

Ein Ausstellungsprojekt von jungen Leuten, nicht nur für junge Leute

2. Dezember 2011 bis 5. Februar 2012

Eröffnung: Freitag, 2. Dezember 2011, 20 Uhr
Pressekonferenz: Donnerstag, 1. Dezember 2011

 

Fritz Stuckenberg, Selbstbildnis, um 1915

 

 

 

Fritz Stuckenberg, o.T., um 1918/19

 

 

 

Gibt es einen jugendlichen Blick auf die Kunst der Klassischen Moderne? Diese Frage beschäftigt seit März 2011 in der Städtischen Galerie Delmenhorst ein junges Team der Kunstvermittlungsinitiative Copartikel. Hanna Jordan, Alexandra Kück, Piotr Rambowski und Carolin Reichmuth haben ein Ausstellungsthema entwickelt, das insbesondere für junge Menschen von eminenter Bedeutung ist und wofür sich auch ein Ansatzpunkt im künstlerischen Werk von Fritz Stuckenberg finden lässt: Die Musik.

Fritz Stuckenberg (1881-1944) war eine künstlerische Doppelbegabung. Zum einen war er ein begabter Violinist, zum anderen ein ausgezeichneter Maler. Wie viele Künstler mit Doppelbegabung musste auch er sich in seiner Jugend entscheiden und seine Wahl fiel auf die Malerei. Dennoch spielte er sein ganzen Leben lang Geige. Nach einer ausführlichen Beschäftigung mit dem Leben des Künstlers und einer Sichtung des in der Sammlung Stuckenberg vorhandenen Bildbestandes, haben sich die jungen Kuratoren für das Thema der Ausstellung entschieden. Die Methoden, mit denen sie arbeiten, sind anders als sonst bei Kunstausstellungen üblich. Nicht das intensive Studium der Forschungsliteratur, sondern eher eine moderne, mediale Herangehensweise bestimmt die Vorbereitung der Ausstellung. Mit jugendlicher Leichtigkeit wurde ein Interview mit dem in Delmenhorst lebenden Sohn des Malers, Adolf Johannes Stuckenberg, im Videoformat geführt, das viele wichtige Informationen zutage brachte. Es ist ein Trailer zur Ankündigung der Ausstellung auf Facebook entstanden und ein bearbeiteter Film des Interviews wird in der Ausstellung zu sehen sein. Besondere Ausstellungstücke, wie die originale Geige von Fritz Stuckenberg oder der Tisch, an dem er an seinem Atelier in der Stedinger Straße in Delmenhorst gearbeitet hat, dienen mit ihrer Authentizität als Requisiten für einen inszenierten Atelierraum. Ziel ist es, jungen (und nicht mehr ganz jungen) Menschen, den Künstler Fritz Stuckenberg sinnlich erlebbar nahe zu bringen und Interesse für seine Malerei zu wecken.

Im Mittelpunkt der Vorbereitung steht allerdings das malerische Werk von Fritz Stuckenberg. Ca. 30 Gemälde und grafische Arbeiten wurden in einem intensiven Diskussionsprozess für die Ausstellung ausgewählt. Verbindendes Element sollte die Sichtbarmachung musikalischer Strukturen sein. Es haben sich folgende fünf Themenbereiche herauskristallisiert: verspielt, kosmisch, klassisch, experimentell und märchenhaft. Zu den einzelnen Kategorien wurde eine Auswahl von Musik zusammengestellt, die den Besuchern zum Anhören vor den Bildern angeboten wird. Während der Laufzeit der Ausstellung wird es neben Führungen durch das Kuratorenteam auch ein Konzert mit jungen Solisten geben, bei dem kurze Musikstücke zu den einzelnen Kategorien zur Aufführung kommen.

Die Städtische Galerie Delmenhorst hat sich mit diesem Projekt auf einen innovativen Prozess des Kuratierens eingelassen, von dem beide Seiten profitieren: die jungen Kuratoren, die auch im Hinblick auf eine spätere Berufswahl im kulturellen Bereich, einen tiefen Einblick in die Arbeit eines Ausstellungshauses erhielten und ebenso die Galerie, die durch die Zusammenarbeit direkt mit Bedürfnissen junger Menschen konfrontiert wird. Zur Ausstellung erscheint eine Broschüre, die von den Kuratoren entwickelt wird.

Wiebke Steinmetz

Wir danken für die großzügige Unterstützung:

WehrhahnWehrhahnWehrhahn

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Veranstaltungen zur Ausstellung

Donnerstag, 1. Dezember 2011, 18 Uhr
Copartikel presents: Exklusiver Einblick
in die Ausstellung mit den jungen Kuratoren

Dienstag, 6. Dezember 2011, 16 Uhr
Lehrerführung

Donnerstag, 8. Dezember 2011, 18 Uhr
Öffentliche Führung durch beide Ausstellungen

Donnerstag, 15. Dezember 2011, 10 Uhr
Kunstfrühstück.
Ein anregender Gang durch die Ausstellung,
kleiner Imbiss und Gespräch.
Tel. Anmeldung unter (04221) 14132

Donnerstag, 12. Januar 2012, 18 Uhr
Linoleum-Druckwerkstatt

Donnerstag, 19. Januar 2012, 18 Uhr
Konzert junger Musiker des Max-Planck-Gymnasium
Delmenhorst zu den Bildern der Ausstellung

Donnerstag, 2. Februar, 18 Uhr
Schüler führen Schüler

Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche

Sonnabend, 3. Dezember 2012, 11.30 bis 13 Uhr
Führung und Gestalten für Kinder und Jugendliche
mit Hanna Jordan und Alexandra Kück

Sonnabend, 4. Februar 2012, 11.30 bis 13 Uhr
Führung und Gestalten für Kinder und Jugendliche
mit Hanna Jordan und Alexandra Kück

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