SeinLeben



FrüheJahre 

1881 Friedrich Bernhard Stuckenberg wird am 16. August in München als Sohn des Kaufmanns Adolf Stuckenberg und seiner Frau Auguste, geb. Wiegandt, geboren. Er hat drei jüngere Schwestern.

1893 Übersiedlung nach Delmenhorst bei Bremen, wo der Vater die Position des kaufmännischen Direktors bei den Deutschen Linoleum-Werken "Hansa" übernimmt. Er besucht die Bürgerschule in Delmenhorst, die Realschule in Bremen und die Oberschule in Oldenburg bis zum Abitur.

1900 Architekturstudium an der Technischen Hochschule in Braunschweig (ein Semester), Umorientierung zur Malerei .

1902 Dreijähriger Lehrvertrag mit dem Theatermaler Adolf Grüger in Borsdorf bei Leipzig (v. 10.02.1902), Privatunterricht bei Anton Klamroth, Portraitmaler in Leipzig; seit 1903 Studium an der Großherzoglichen Akademie in Weimar bei Ludwig von Hofmann.

1905 Zwei Jahre Akademie in München.

 

Paris

1907 Übersiedlung nach Paris. Bekanntschaft mit den Künstlern des "Café du Dôme" Friedrich Ahlers-Hestermann, Artaval, Walter Bondy, Hermine David, Rudolf Grossmann, Rudolf Levy, Jules Pascin, Hans Purrmann, Hugo Troendle u. a. Er trifft wahrscheinlich Otto Freundlich und Hans Hoffmann.

Juli/August Aufenthalt in Pont-Aven, Bretagne.

Erste Ausstellung im "Salon d`Automne" (2 Bilder). Nach der Ausstellung wird Stuckenberg Mitglied in der "Société de la Peinture Moderne".

Zum erstenmal kann Stuckenberg einige Gemälde bei Bernheim Jeune unterbringen.
Er hat Ausstellungen bei Sagot, Rue Laffitte (6 Werke), und im "Salon de l'Union International des Beaux Arts et des Lettres" (5 Werke).

Ausstellung in der Bremer Kunsthalle. Sechs gerade entstandene Gemälde schickt er an Gustav Pauli, den Direktor der Kunsthalle Bremen.
Ausstellung bei Sagot, Rue Laffitte (20 Werke), Ausstellung im "Salon des Artistes Indépendants" (2 Werke).

 

Berlin

Anfang Oktober Übersiedlung nach Berlin, Atelier im Siegmundshof 11.

Beteiligung an der "Juryfreien Kunstausstellung" in der Kunsthalle Bremen (4 Werke).

Anfang des Jahres Bekanntschaft mit dem Verleger Julius Bard, Herausgeber des Secessions-Zeitschrift "Krieg und Kunst", für die Stuckenberg Lithographien herstellt.
Beteiligung an der "Internationalen Ausstellung" in der Kunsthalle Bremen (2 Werke) sowie im März in Hamburg an der Ausstellung "Nordwestdeutsche Künstler" in der Galerie Commeter.

Am 15. April heiratet er die 22jährige Malerin Margot Haenseler. Die Wohnung befindet sich in der Potsdamer Str. 121g.
Beteiligung an der "Mai-Ausstellung. Malerei und Graphik" in Berlin, Unter den Linden (4 Werke).

Bekanntschaft mit Herwarth Walden, dem engagierten Verfechter der europäischen Avantgarde, Herausgeber des "Sturm", im Februar.
Bekanntschaften und Freundschaften im "Sturm"-Kreis mit Rudolf Bauer, Heinrich von Boddien, Heinrich Campendonk, Lyonel Feininger, Oskar Fischer, Oskar Kokoschka, Sophie van Leer, Franz Mehring, Georg Muche, Mynona, Paul Scheerbart, Georg Schrimpf und Maria Uhden.
Ankauf von "Landschaft" für Waldens bedeutende Privatsammlung der Moderne. Das Gemälde findet als "Sturm"-Postkarte weite Verbreitung.
Beginn des Kriegsdienstes als Landsturmmann ab Mitte Oktober in Henningsdorf/Havel. Er wird als Schreiber beschäftigt.
47. Ausstellung "Der Sturm" - "Deutsche Expressionisten", Berlin, gemeinsam mit Rudolf Bauer, Martin Rang, Georg Schrimpf und Maria Uhden im Dezember.

Beteiligung an der Wanderausstellung der Galerie "Der Sturm" in Zürich und in Basel in der Galerie Corray (je 1 Werk).
Walden kauft für seine Privatsammlung eine Tuschezeichnung, die als Titelblatt des 5. Heftes der "Sturm"-Monatszeitschrift in demselben Jahr publiziert wird.
Beteiligung an der 50., 53. und 55. Gesamtschau-Ausstellung des "Sturm" in Berlin und Frankfurt/M. (je 1 Werk).

59. Ausstellung "Der Sturm", Berlin, gemeinsam mit Alexander Archipenko und Georg Muche im Januar.
60. Ausstellung "Der Sturm", Berlin (31 Werke), gemeinsam mit Georg Schrimpf und Maria Uhden im Februar. Beteiligung an der Ausstellung "Sturmgraphik" im Kunstverein zu Jena, Juni/Juli (1 Werk), und an der Ausstellung "Der Sturm " Internationale Kunst" in Kopenhagen im Kunsthandel Georg Kleis (4 Werke).
Gegen Ende des Jahres Bruch mit Herwarth Walden.
Der Versuch, eine neue Künstlervereinigung zu gründen, scheitert.
Beginn der Freundschaft mit dem flämischen Dichter Paul van Ostaijen (1896-1928), mit dem Stuckenberg ab seiner Zeit in Seeshaupt einen intensiven Briefwechsel führt. Ostaijen ist für Stuckenberg als Kunsthändler tätig.

Beteiligung an der ersten Berliner "dadaisten"-Ausstellung in der Galerie I. B. Neumann, Berlin, gemeinsam mit Baader, Deetjen, Golyscheff, Grosz, Hausmann, Höch, Mehring und Topp im April.
Mitgliedschaft im "Arbeitsrat für Kunst", der von Walter Gropius und Bruno Taut inspirierten Künstler- und Architektenvereinigung.
Adolf Behne veröffentlicht eine ausführliche Würdigung des Werkes Stuckenbergs im Rahmen seiner "Werkstattbesuche" im "Cicerone", Berlin.
Beitritt zur "Novembergruppe".
Im August Übersiedlung nach Seeshaupt (Oberbayern), wo Campendonk seit 1916 lebt, zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der Malerin Erika Deetjen.
Beteiligung im September und Dezember an der 78. und 81. Ausstellung "Der Sturm" in Berlin sowie an der "Wanderausstellung der Vereinigung Bildender Künstler e.V." in der Kunsthalle Dessau (je 1 Werk).
Beteiligung an der Ausstellung "Der Sturm" von Dezember bis Januar im Kunstgebäude in Stuttgart (9 Werke).

Beteiligung an der 82. Ausstellung "Der Sturm" im Januar, Berlin (1 Werk).
Gemeinsame Ausstellung mit Paul Klee und Johannes Molzahn im Januar im Kunstverein Jena (24 Werke), der bis 1923 von Walter Dexel geleitet wird. Stuckenberg verkauft 5 Aquarelle.
Mitte März Geburt seines Sohnes Andreas Paul.
Beteiligung an sechs Ausstellungen der "Novembergruppe" im Laufe des Jahres in Karlsruhe, Berlin, Darmstadt und Halle.
Besuch bei Paul Klee in dessen Atelier in München.
Beteiligung an der "1. Ausstellung der Münchner Expressionistischen Werkstätten", Juni bis Juli in Chicago.
Katherine S. Dreier, die Gründerin der "Société Anonyme" in New York, wird im August auf ihn aufmerksam und erwirbt im Laufe der Jahre 16 Werke von ihm, die regelmäßig in bedeutenden Ausstellungen in den USA gezeigt werden.
Einzelausstellung in der Kunsthandlung Wilhelm Goyert im Oktober in Köln (30 Aquarelle und 4 Gemälde).
Nach einer offiziellen Scheidung heiratet er Mitte Dezember Erika Deetjen.
Beteiligung an einer Reihe weiterer Ausstellungen in Berlin, Dresden, Düsseldorf, Gumbinnen, Hamburg, Hagen, Insterburg, Köln, Stuttgart und München.

Anfang des Jahres entsteht ein Kontakt zum Bauhaus in Weimar. Bitte von Gropius um eine Originalgraphik für die unter Klees und Feiningers Regie entstehenden Bauhaus-Mappen. Die Lithographie "Straße mit drei Häusern", 1921, erscheint als Blatt 12 in der Dritten Bauhaus-Mappe (1922).
Einzelausstellungen im Mai in der Galerie Nierendorf in Bonn (30 Aquarelle und ein Gemälde).
Beteiligung an der Ausstellung "Duitse Expressionisten " Novembergruppe, Brücke, ,De Onafhankelijken'" im Stedelijk Museum, Amsterdam.
Beteiligung an der 14. und 17. Exhibition sowie an der Wanderausstellung der "Société Anonyme" in New York, u. a. mit Archipenko, Campendonk, Dreier, Kandinsky, Klee, Mense, Molzahn, Muche, Schwitters, Topp, Van Gogh, Villon.
Beteiligung an Ausstellungen in Frankfurt/M., Köln, Mainz.

 

SpäteJahre

Im Mai Übersiedlung nach Delmenhorst aus ökonomischen Gründen.
Schwere Erkrankung des Zentralnervensystems. Fünfzehnmonatiger Klinikaufenthalt in Bremen, es bleibt eine Gehbehinderung. Trennung und spätere Scheidung von Erika Deetjen.

Teilnahme an der "Großen Berliner Kunstausstellung, Abteilung Novembergruppe", Berlin (3 Werke).

Einzelausstellung im "Kunsthaus Linne, Ziegert & Co.", Bremen (61 Werke). Beteiligungen an zwei Ausstellungen mit der "Société Anonyme", New York, gemeinsame Ausstellung mit Chagall, Karguth, Modersohn in der Galerie Herbert von Garvens, Hannover.

Beteiligung an der "Ersten allgemeinen deutschen Kunstausstellung" in Moskau und Leningrad (mehrere Werke).
Eheschließung mit Sophie Schildknecht.

Mehrmonatiger Aufenthalt auf Ischia.

Beteiligung an Ausstellungen der "Société Anonyme" in Philadelphia, Brooklyn, New York, Buffalo, Toronto und an der Ausstellung "Modern Art" im "Museum of Modern Art", New York, und in Berlin innerhalb der "Sturm-Gesamtschau" (11 Aquarelle).
In der Städtischen Gemäldegalerie Bochum stellt er zusammen mit der Künstlergruppe "Der Fels" aus.

Bei einem Berlin-Aufenthalt trifft Stuckenberg mit Mitgliedern der "Novembergruppe", mit Muche und auch wieder mit Herwarth Walden zusammen. Walden kauft ihm eine "ganze Mappe" mit Aquarellen ab.
Teilnahme an der "Großen Berliner Kunstausstellung" im Landesausstellungsgebäude (2 Werke), an der "Bremer Kunstschau" im Paula-Becker-Modersohn-Haus, an der "Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung" in Sowjetrußland.
Walter Müller-Wulckow erwirbt das Gemälde "Chaos" (1924) für das Landesmuseum Oldenburg (das Ölbild wird 1937 im Rahmen der nationalsozialistischen "Säuberungsaktionen" entfernt).
Von den Deutschen Linoleum-Werken erhält er den Auftrag, Musterentwürfe zu entwickeln.
Paul van Ostaijen stirbt an Tuberkolose.
Stuckenberg verbringt mehrere Monate in Arosa aufgrund einer Lungenerkrankung.
Begegnung mit dem esoterischen Schriftsteller Bô Yin Râ in Massagno.

Beteiligung an der "Juryfreien Kunstschau", Berlin (3 Werke), und an der Ausstellung der "Société des Artistes Indépendants", Paris (2 Werke).
Aufenthalt in Paris.
Teilnahme an der Ausstellung "Nordwestdeutsche Maler" im Museum Folkwang, Essen (6 Werke), und an weiteren Ausstellungen in Bremen und Oldenburg sowie an der "Großen Berliner Kunstausstellung" im Schloß Bellvue.

Geburt des Sohnes Adolf Johannes.
Beteiligung an der "Sonderausstellung, 3. Reihe" in Berlin im Haus der "Juryfreien" (mit Jaenisch, Nebel, Meyboden).
In den Folgejahren ständige Ausstellungsbeteiligung im Haus W. Kleine, Delmenhorst.

Fast einjähriger Aufenthalt in München. Vergeblicher Versuch, seine Bilder unterzubringen.

Beschlagnahme seiner Bilder im Rahmen der Säuberungsaktionen "Entartete Kunst" im Landesmuseum Oldenburg, im Kunstverein Jena und im Kunstmuseum Breslau.
In der Ausstellung "Entartete Kunst" in München wird seine Lithographie "Straße mit drei Häusern" (1921) gezeigt.
Oberschenkelhalsbruch, in dessen Folge er auf Krücken und den Rollstuhl angewiesen ist.

Umzug nach Horn bei Füssen.

Aufenthalt in Zell am See.

Tödlicher Absturz des Sohns Andreas Paul über England.

Am 18. Mai stirbt Fritz Stuckenberg an der Lungenkrankheit.